Bildschirm-Ratgeber
60, 120 oder 144 Hz: Was bringt eine höhere Bildwiederholrate?
Bei Fernsehern und Monitoren begegnen einem Frequenzen inzwischen 60, 75, 100, 120, 144, 165 Hertz. Teilweise auch noch höherer. Das klingt nach einer einfachen Rangliste: mehr ist besser. Ganz falsch ist das nicht – nur sagt die Zahl allein noch nicht, ob Sie davon im Alltag tatsächlich viel merken.
Was bedeutet Hertz beim Bildschirm?
Die Bildwiederholrate gibt an, wie oft der Monitor sein Bild pro Sekunde aktualisieren kann. 60 Hz stehen also für bis zu 60 Aktualisierungen pro Sekunde, 120 Hz für bis zu 120. Je kürzer der Abstand zwischen diesen Aktualisierungen ist, desto flüssiger können Bewegungen wirken.
Das merken viele schon beim Verschieben von Fenstern oder beim Scrollen. Besonders deutlich wird der Unterschied dann, wenn sich viel bewegt: Vor allem also bei Spielen, schnellen Kameraschwenks oder Animationen.
Sind 60 Hz heute noch ausreichend?
Für E-Mails, Office, Webseiten, Fotos und viele Videos kann ein guter 60-Hz-Monitor weiterhin problemlos seinen Zweck erfüllen. Niemand muss einen funktionierenden Bildschirm austauschen, nur weil auf einem neuen Karton 144 Hz steht.
Wer allerdings einmal länger mit 120 oder 144 Hz gearbeitet hat, empfindet Bewegungen häufig als ruhiger und direkter. Das ist kein zusätzlicher Bildinhalt wie bei einer höheren Auflösung, sondern eine feinere zeitliche Abstufung.
Wann bringen 120 oder 144 Hz besonders viel?
Bei Computerspielen ist der Nutzen höherer Bildraten am offensichtlichsten. Voraussetzung ist allerdings, dass der Rechner bzw. die Grafikkarte auch genügend Bilder pro Sekunde liefern kann. Denn ein 144-Hz-Monitor macht 40 berechneten Bildern nicht plötzlich 144.
Auch außerhalb von Spielen können hohe Bildraten angenehm sein. Scrollen, Mausbewegungen und Animationen wirken flüssiger. Ob Ihnen das den Aufpreis wert ist, ist letztlich eine persönliche Frage. Bei einem reinen Bürorechner liegt der Mehrwert eher im Bereich Komfort.
Bildrate und Hertz sind nicht dasselbe
Die Bildwiederholrate des Monitors beschreibt, wie oft er aktualisieren kann. Die FPS eines Spiels oder Programms beschreiben dagegen, wie viele neue Bilder tatsächlich berechnet werden. Beide Werte hängen zusammen, sind aber nicht automatisch identisch.
Variable Refresh Rate, beispielsweise über Adaptive-Sync-Techniken, kann die Ausgabe dynamisch an die tatsächlich gelieferten Bilder anpassen. Das soll sichtbares Zerreißen des Bildes und unruhige Abläufe reduzieren. Dafür müssen aber Monitor, Grafikkarte, Verbindung und Software zusammenspielen.
Warum zeigt ein Browser-Test manchmal 59, 119 oder 143 Hz?
Eine Webseite kann die Hardware-Bildwiederholrate nicht einfach wie eine Modellnummer auslesen. Bildschirmcheck.de misst stattdessen die zeitlichen Abstände zwischen den vom Browser gelieferten Animationsbildern. Daraus entsteht ein Näherungswert.
Browser, Energiesparfunktionen, Hintergrundtabs und variable Bildraten können diese Messung beeinflussen. Ein Wert knapp neben 60, 120 oder 144 Hz ist deshalb nicht automatisch ein Fehler am Monitor. Für die exakte konfigurierte Frequenz, sind die Anzeigeeinstellungen des Betriebssystems die bessere Kontrollstelle.
Welche Bildwiederholrate passt zu Ihnen?
Für normale Alltagsarbeit sind 60 Hz weiterhin nutzbar. 120 Hz sind bereits ein deutlich flüssigeres Niveau und werden inzwischen auch außerhalb klassischer Gaming-Monitore interessant. 144 Hz und mehr richten sich vor allem an Nutzer, die schnelle Bewegungen und geringe Verzögerungen besonders wichtig finden.
Aber Achtung: Schauen Sie beim Kauf nicht nur auf den Hertz-Wert. Ein schneller Monitor mit schwachen Farben, schlechter Ergonomie oder unpassender Auflösung ist natürlich auch nicht ideal. Wie so oft zählt das Gesamtpaket. Hier helfen Testberichte bekannter Redaktionen wie Computerbild.